Ja, Du hast etwas Recht, wenn Du schreibst, ob unsere Langläufer nur noch Weicheier sind. Ja sind sie. Aber nicht nur die Langläufer, die über 50 km (Männer mit 6:30 min Rückstand und Frauen mit 8:50 min Rückstand) schwer geschlagen wurden.
Die Nordisch Kombinierten zeigen Leistungen, die mehr als beschämend sind. Das ist schon Arbeitsverweigerung. Im Springen haben sie die Hose voll. Da ist es kein Wunder, das das IOC diese (Königsdisziplin) aus dem Programm nehmen will. Ja und bei den Frauen in der Kombination kann man gar nicht mehr hinschauen. Das ist Volkssport. Das gleiche Versagen im Biathlon und der Abwärtstrend im Skispringen sowie Alpine. Auch die Trendsportarten haben für Deutschland versagt. Das schlechteste Abschneiden im Langlauf seit 70 Jahren. Bei unseren Athleten ist der Kopf nicht mehr frei für Hochleistungssport. Die kennen die wahren Ziele nicht mehr. Da wird uns vorgegaukelt, dass Männer und Frauen auf allen Ebenen gleichbehandelt werden müssen. Was ist denn das für ein totaler Schwachsinn. Ich habe als Trainer bei meinem Studium aufgepasst. Aber auch der normale Bürger müsste im Biologieunterricht mitbekommen haben, auch im Zeitalter der Geschlechtergerechtigkeit, dass es gravierende körperliche Unterschiede zwischen Mann und Frau gibt.
Deshalb sollten auch nach wie vor die biologischen Besonderheiten stärker Beachtung finden, vor allem bei Olympia, wenn man die Olympische Charta einhalten will. Die allerdings schon ganzschön aufgeweicht wird.
Wenn man möchte das Frauen mit den Männern gleichgestellt werden, dann sollen die Frauen und Männer zusammen in einer Altersklasse starten.
Wenn man aber Frauen und Männer trennt, dann sollte man auch die Sportarten entsprechend geschlechterspezifisch, differenziert betrachten. Da gehören ganz einfach keine Frauen auf eine Großschanze oder gar Flugschanze. Da gehören Frauen nicht auf eine alpine Männerrennstrecke. Da müssen Frauen kein Eishockey spielen, wo sie sich dann an der Bande gemeinschaftlich auf’s Maul hauen. Solche Bilder will ich nicht sehen. Ich will Bilder sehen, wie beim Eiskunstlaufen, wo Leistung, Athletik, Kunst und Fairness herrschen. Diese Bilder sind Olympia.
Da müssen Frauen auch nicht auf der Freestyles Skisprungschanze der Männer springen. Denn es macht doch überhaupt gar keinen Sinn, dass JEDE Skispringerin einen mehrfachen Knieschaden hat oder mehrfach operiert werden musste, um bei Olympia starten zu können. Oder dass wir Bilder sehen, wie bei Lindsey Vonn, wo Ärzte mit allen Mitteln ihr Bein retten müssen. Und wo fast jede Medaillengewinnerin mehrfach ihre Kreuzbänder im Knie zerrissen hat. Das ist nicht der Sinn des Sporttreibens. Wenn der Sportler zum Objekt und zur Ware wird, ist der Sinn von Olympia verfehlt. Und deshalb brauchen wir keine Sensationen bei Olympia. Wir brauchen vergleichbare Wintersportarten und Disziplinen über Generationen hinweg. Wir brauchen keinen 50 km Lauf der Frauen, wo nur knapp 45 Läuferinnen starten und am Ende 32 das Ziel erreichen. (Männer 43 im Ziel) Über 10 km starteten etwa 100 Läufer und die erreichen fast alle das Ziel. Das ist olympisch. Wir haben momentan einen Abwärtstrend im Sport.
Auch der Teamsprint hat nichts mit Skilanglauf zu tun und ist auch keine traditionelle Olympische Disziplin. Sie hat weder was mit Sprint noch mit Ausdauer zu tun. Es ist einfach olympischer Firlefanz.
Mit Trendsportarten will man das Programm attraktiv halten, das gelingt aber nicht auf Dauer. Warum – weil Trendsportarten keine Trainingsbasis im Nachwuchsbereich haben. Man müsste auch bei Olympia darauf achten, dass der Wettkampfkalender nicht zu weit ausufert und sich in Pille Palle verliert. Wenn man bedenkt, das 1976 in Innsbruck 37 Wettkämpfe bei Olympia ausgetragen wurden, 1984 in Sarajevo 39 WK, 1994 in Lillehammer 61 WK und jetzt 116 WK ausgetragen wurden, zeugt das nicht unbedingt von Qualität.
Es ist ein Zeichen der Ratlosigkeit und des verlorenen Überblicks. Zu viel schnick schnack zum medialen Geld verdienen. Nicht Masse ist Klasse. Das ist kein Olympia!!! Wo eigentlich die Ausnahmequalität das Besondere sein soll. (Klaebo, Boe, Witt, Tomba, Weißflog, Smirnow, De Zold und viele mehr)
Und ja, es gibt natürlich auch Frauen die einen Wasalauf laufen mit 90 km und 1000 HM. Ist doch kein Problem.
Solche Ausnahmeathleten gibt es. Und es gibt auch Frauen die einen Ironman bestreiten. Hochachtung vor dieser Leistung. Aber das gehört nicht zu Olympia.
Zu einer Weltmeisterschaft, ja.
Aber diese Extreme (10-Fachtriathlon von 38 km Schwimmen, 1800 km Rad, 422 km Laufen von Eva Hürlimann) gehören nicht zu Olympia. Das sind Extreme ohne sportlich, nachhaltigen Wert. Und man muss schon eine kalte Lötstelle im Kopf haben, um solch einen gesundheitsschädlichen Blödsinn zu vollbringen. Und ob es sinnvoll ist mit 70 Jahren noch einen Ironman zu bestreiten, bezweifle ich auch sehr stark. Wohl dem, der das noch kann. Aber in dieser Zeit und in der Zeit der Vorbereitung (sowie in der anschließenden Reha) kann man sich ganz anders in der Gesellschaft einbringen. Ist nur noch Befriedigung des persönlichen Egos.
Der Sport gehört nun mal ganz einfach der Jugend. Der Jugend in all seiner körperlichen Blüte. Und dort gehört Olympia hin. Mit all seinen unverfälschten Werten und Traditionen. Und da die deutsche Sportlerin Recht, wenn sie sagt: „Ein 30 km Lauf ist völlig ausreichend für die Frauen bei Olympia.“ Es hätten wahrscheinlich dieselben Frauen die Medaillen gewonnen. Es wären die Zeitabstände geringer gewesen und vielleicht auch 20 oder 30 Starter mehr gewesen. Aber in den Olympischen Gremien entscheiden eben auch viele Funktionäre, die nicht immer den sportlichen Überblick behalten. Da nimmt man eine völlig abgewertete und veränderte Sportart wie Skibergsteigen, was aber mit Skibergsteigen gar nichts mehr zu tun hat, in das Olympische Programm und überlegt, ob man Rennschlitten, Bob und Skeletton aus dem Olympiaprogramm entfernt. Was sind das für geistige Ergüsse?! Überall nur noch Chaos.
Dein Freund und ehemaliger DDR – Leistungssporttrainer.